Was ist Google Consent Mode v2?
Google Consent Mode ist eine Schnittstelle zwischen Ihrem Cookie-Banner und den Tags von Google, etwa Google Ads, Google Analytics oder Floodlight. Das Banner teilt Google mit, wofür ein Besucher eingewilligt hat, und die Tags richten sich danach: Mit Einwilligung arbeiten sie normal, ohne Einwilligung speichern sie keine Werbe- oder Analyse-Cookies.
Version 2 hat Google Ende 2023 eingeführt. Sie ergänzt zwei Signale: ob Nutzerdaten für Werbezwecke an Google gesendet werden dürfen und ob Werbung personalisiert werden darf. Google begründet das mit der Durchsetzung seiner Richtlinie zur Einwilligung von Nutzern in der EU (EU User Consent Policy).
Wer braucht ihn?
Sie brauchen Consent Mode v2, wenn Sie Besucher aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EU plus Island, Liechtenstein und Norwegen) haben und
- mit Google Ads werben und Conversions messen oder Remarketing nutzen,
- Google Analytics 4 nutzen und die Daten mit Google Ads verknüpfen,
- Floodlight oder andere Google-Marketing-Tags einsetzen.
Seit März 2024 berücksichtigt Google Besucher aus dem EWR ohne die neuen Signale nicht mehr in Remarketing-Listen und Zielgruppen für personalisierte Werbung. Google verlangt die Signale inzwischen auch für das Vereinigte Königreich und die Schweiz.
Nutzen Sie keinen Google-Dienst für Werbung oder Statistik, brauchen Sie Consent Mode nicht.
Die vier Signale
| Signal | Wofür | Gehört zur Kategorie |
|---|---|---|
| ad_storage | Speicherung für Werbung, z. B. Cookies | Marketing |
| analytics_storage | Speicherung für Analyse, z. B. Besuchsdauer | Statistik |
| ad_user_data | Senden von Nutzerdaten an Google für Werbung | Marketing |
| ad_personalization | Personalisierte Werbung und Remarketing | Marketing |
Bevor der Besucher entscheidet, stehen alle vier auf „denied“. Erst nach der Einwilligung wechseln die Signale der gewählten Kategorie auf „granted“. Der Standardstatus muss gesetzt sein, bevor die Google-Tags Daten senden.
Basismodus oder erweiterter Modus?
- Basismodus: Die Google-Tags werden erst geladen, wenn der Besucher im Banner eine Entscheidung trifft. Ohne Einwilligung geht nach Google-Angaben gar nichts an Google, nicht einmal der Einwilligungsstatus. Fehlende Conversions modelliert Google mit einem allgemeinen Modell.
- Erweiterter Modus: Die Tags laden sofort und setzen den Standardstatus. Ohne Einwilligung senden sie cookielose Signale an Google, mit denen Google ein genaueres, kontospezifisches Modell berechnet.
Der erweiterte Modus liefert mehr Messdaten, aber er sendet auch ohne Einwilligung Informationen an Google. In Deutschland ist dabei § 25 TDDDG zu beachten: Er erfasst jeden Zugriff auf das Endgerät, der nicht unbedingt erforderlich ist, auch ohne Cookies. Die Datenschutzkonferenz legt diese Ausnahme eng aus. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt den Basismodus.
Und IAB TCF?
Google Consent Mode v2 ist etwas anderes als das Transparency & Consent Framework (TCF) von IAB Europe. Consent Mode brauchen Sie, wenn Sie mit Google Ads werben oder mit Google Analytics messen; TCF nur, wenn Sie selbst Werbeflächen auf Ihrer Website verkaufen. Mehr dazu lesen Sie in IAB TCF: Wer braucht es?
So richten Sie ihn ein
- Wählen Sie ein Cookie-Banner, das Consent Mode v2 unterstützt. Es setzt den Standardstatus auf „denied“, bevor Googles Tags Daten senden, und aktualisiert die Signale nach der Entscheidung.
- Verknüpfen Sie die Kategorien: Statistik mit analytics_storage, Marketing mit ad_storage, ad_user_data und ad_personalization.
- Nutzen Sie Google Tag Manager? Lassen Sie das Banner in einem eigenen Tag als Erstes laden und stellen Sie bei den Google-Tags die Einwilligungsprüfung ein. Beachten Sie: Das VG Hannover hat im März 2025 erstinstanzlich entschieden, dass der Einsatz des Google Tag Managers selbst einwilligungsbedürftig ist. Lassen Sie Ihre Konfiguration im Zweifel prüfen.
- Entscheiden Sie sich für Basis- oder erweiterten Modus (siehe oben).
- Prüfen Sie das Ergebnis mit Google Tag Assistant.
Mit Cookie Confirm sind die Schritte 1 bis 3 erledigt: Das Banner setzt den Standardstatus, verknüpft die Kategorien mit den vier Signalen und funktioniert mit unserer Google-Tag-Manager-Vorlage. Lieber nicht selbst einrichten? Unser kostenloser Setup-Service übernimmt das für Sie. Was Sie für die Einwilligung selbst beachten müssen, steht in Cookie-Banner-Pflicht in Deutschland.
Quellen
- Google for Developers: Consent Mode, Konzept und Einwilligungstypen
- Google Tag Manager-Hilfe: Updates zum Consent Mode für Traffic aus dem EWR
- Google Analytics-Hilfe: Einwilligungseinstellungen prüfen und aktualisieren
- Google Ads-Hilfe: Consent Mode Referenz
- § 25 TDDDG (gesetze-im-internet.de)
- DSK: Orientierungshilfe Digitale Dienste, Version 1.2 (November 2024)
- VG Hannover, Urteil vom 19.03.2025, 10 A 5385/22 (VORIS)